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Das Problem Nothafen Darßer Ort - Eine "never ending story"?

Aus dieser Perspektive sieht man eindrucksvoll wie die Natur die Nothafenzufarht 2008 mit Sand versperrt hatte. Jetzt ist der Zustand ähnlich. | Foto: Arnt Löber

22.3.2012 | Der Nothafen Darßer Ort ist wieder versandet und die Zufahrt geschlossen. Es nur gut ein Jahr her, da erfolgte die letzte Baggerung. Und LETZTE ist hier in doppeltem Sinne wörtlich zu nehmen. Sie war das Ergebnis eines Vergleiches, den das Land mit dem WWF und Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) schlossen, nachdem beide Umweltorganisationen gegen die erneute Baggerung Klage angestrebt hatten.
Die letzten drei Baggerungen (formal gesehen als eine Maßnahme beschrieben) hat den Steuerzahler über 1.000.000 Euro gekostet. Geld, dass sehr gut in den Neubau eines Ersatzhafens hätte fließen können.
Der scheint inzwischen nun auch realisierbar. Die Gemeinde Zingst hat ein Gutachten in Auftrag gegeben um mögliche Varianten für eine Inselhafenlösung zu berechnen. Die kleinste Ausbaustufe wird mit Baukosten in Höhe von ca. 35 Millionen Euro gerechnet. Eine Optimalvariante mit Hotel, Gastronomie und Geschäften am Hafenkopf käme allerdings schon 60 Millionen Euro. Die Kapazität soll auf ca 70 Sportboote begrenzt sein. Zudem sollen der Seenotrettungskreuzer, ein Fahrgastschiff und drei Fischerboote einen Liegeplatz bekommen.
Die Landesregierung möchte nun also erneut baggern und die beiden Umweltorganisationen würden sich möglicher Weise auf einen (erneut) letzten Kompromiss einlassen. "Wir brauchen ein klares Bekenntniss zum Ersatzhafenbau in Zingst", so Jochen Lamp vom WWF. "Weiter erwarten wir vom Land eine Bestätigung, dass die Finanzierung für den Hafenneubau gesichert ist und das Baurecht bis zum Ende des Jahres vorliegt."
Derweil  ist der Seenotrettungskreuzer "Theo Fischer“" nach Warnemünde verlegt und braucht jetzt eine Stunde länger für die Anfahrt in die nördlichen Nationalparkgewässer.
Eine Lösung muss her! Über 20 Jahre nun ist das Problem bekannt und viel Geld für Studien, Gutachten und Baggerungen - man möchte meinen - in den Sand gesetzt worden. Jetzt wird es Zeit zum zielorientierten Handeln im Sinne einer Lösung für alle Probleme rund um den Nothafen.

Inselhafen soll Darßer Ort entlasten

2005 konnten Seegler und Seenotrettungskreuzer die Einfahr zum Nothafen am Darßer Ort noch ohne Risiko passieren. Aber die Flachwasserbereiche links und rechts der Fahrrinne lassen erahnen, dass Wind und Wellen hier andere Pläne haben. Der Ersatzhafen ist längst überfällig. | Foto: A. Storm

9.1.2012 | In Zingst ist man zuversichtlich, dass der Hafenneubau vor der Küste realisiert werden kann. Anfang diesen Jahres gibt es weitere Gespräche mit der Landesregierung in denen es nach Wunsch der Gemeinde zu einer klaren Richtungsentscheidung kommen soll. 

Der Neubau eines Inselhafens vor Zingst soll rund 25 Millionen Euro kosten und den Umstrittenen Nothafen am Darßer Ort ersetzten. Für 80 bis 100 Sportboote soll es Liegeplätze geben. Aber natürlich finden auch der Seenotrettungskreuzer und Fischwerboote hier eine sichere Heimat.

Um das Projekt rentabler zu gestalten, sollen am Kopf des neuen Hafens auch Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe einen Platz finden.

 

Wasser und Wind transportieren hier am Darßer Ort beständig Tag für Tag den Sand hin und her. Wunde Punkte, wie die Einfahrt zum Nothafen, werden schnell wieder geschlossen. Sie offen zu halten bedeutet viel Geld in die Hand und sprichwörtlich in den Sand zu setzen. | Foto: Arnt Löber

Fakten zum Nothafen Darßer Ort

Bau: 1962 | ins 1957 erreichtete Naturschutzgebiet

Lage: Ottosee | Kernzone des Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Zweck: Schnellboothafen der Nationalen Volksarmee, seit 1990 Nothafen 

Interessantes: Schon damals wurde auf die Schaffung von Hafeninfrastruktur verzichtet, weil angenommen wurde, dass man den Hafen wegen der küstendynamischen Prozesse nur maximal 30 Jahre betreiben werde können.

Baggerkosten:
1994 - 2003 | ca 600.000 €
2004 - 2009 | ?
2009 - 2011 | ca 1,2Millionen €

Weitere Kosten:
ca 1,5 Millionen € | für Studien und Untersuchungen zur Findung einer Alternativvariante
ca 120.000 € jährlich | für den Betrieb des Nothafens

Situation: Die Küstendynamik am Darßer Ort ist so stark, dass die Fahrrinne zum Nothafen immer wieder stark versandet. Die Spitze des Darßer Ortes wächst jährlich um rund 10 m in's Meer hinaus.

Derzeit plant Zingst den Bau eines Inselhafens als Alternativstandort.

Fakten zu Inselhafen-Plänen

Kapazität: 80 - 100 Liegeplätze für

  • Freizeitboote
  • Seenotrettungskreuzer
  • heimische Fischerboote

Lage: vor Zingst Höhe Experimentarium

Länge der Brücke: ca 600 m

Sonstige Fakten:

  • 2011 | Machbarkeits-
    studie bescheinigt Umsetzbarkeit
  • ebenfalls im Hafenbereich - Gastronomie und Beherbergungsbetrieb, Läden, Hafenmeisterbüro, Dienstleistungsräume, 

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