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Daß
es so etwas noch gibt ... |
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an der deutschen Küste. Am Darßer Weststrand, wo der vom
Wind zerzauste Wald direkt bis an das Wasser reicht, darf das Meer
ungehindert Bäume fällen und an der Küste nagen. Niemand
hat der See hier jemals Steine in den Weg gelegt noch Knüppel
in die Brandung gerammt. Die aus den Wellenkämmen herausragenden
Baumstümpfe hat die Ostsee selbst dorthin geschleppt. Und oben
auf dem Rand der Steilküste harren bereits die nächsten
Bäume ihres Schicksals. Längst hat die See ihre Wurzeln
freigespült. Schon der nächste Sturm kann sie zu Fall bringen. |
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Vorherrschenden
Westwinden paßten sich die direkt am Wasser stehenden Buchen
und Kiefern mit ihrem Wuchs an. Ihre Äste "fliehen"
alle in Richtung Osten und lassen die Bäume skurril erscheinen.
Selbst das Buschwerk der sogenannten Windflüchter ist durch den
ständigen Wind zerzaust. Manchmal spült das Wasser zu ihren
Füßen nur eine dünne Schaumlinie auf den Sand, ein
anderes Mal ist es wütend und bricht mit Tosen ans Ufer. Jedesmal,
wenn es sich vom Strand zurückzieht, nimmt es auch etwas Sand
mit. So stirbt am Weststrand täglich ein Stück Land. |
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| Doch
einige hundert Meter weiter, am Darßer Ort, wird es neu geboren.
Die Strömung schleppt den Sand parallel zum Ufer nach Norden.
An der Spitze der Inselkette gibt das Wasser das mitgeführte
Material wieder ab. Dadurch bilden sich Sandbänke und Inseln.
Der Wind hilft dem Meer bei diesem Aufbauwerk, indem er trockenen
Sand zu Dünen anhäuft. Hier siedeln sich die ersten salzliebenden
Pflanzen an und befestigen mit ihren Wurzeln das Neuland. Später
folgen Dünenheiden mit Zwergsträuchern und schließlich
Wacholder und Kiefern. Irgendwann dringen dann Birken, Buchen und
Eichen ein und bauen einen Mischwald auf. Die kleinen, vom Meer abgeschnürten
Seen füllen sich unterdessen mit Süßwasser und lassen
das Röhricht wuchern. Folgend bilden sich Moore und Erlenbrüche.
Das Nebeneinander all dieser Stadien der Landabtragung, der Neulandbildung
und der natürlichen Waldentwicklung stellt die Besonderheit
der Inselkette in der Vorpommerschen Boddenlandschaft dar. |
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| Ein
Naturprozeß, der in dieser atemberaubenden Dynamik an der gesamten
Ostseeküste seinesgleichen sucht. |