MeerWildnis

Rund 80 % des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft bestehen aus Wasser. Dabei sind die Lebensräume in Ostsee und Bodden ganz unterschiedlich. Das Wasser beider Gewässer ist Brackwasser. Dies wiederum bezeichnet nicht – wie oft angenommen – trübes, schlammiges Wasser, sondern ist eine Mischung aus Süß- und Salzwasser. Die Konzentration des Salzgehaltes schwankt nicht nur zeitlich, sondern auch örtlich. Je weiter wir von Ost nach West in die Boddengewässer kommen, desto weniger Salz findet sich hier im Wasser gelöst. 

Nicht viele Lebewesen können in diesem speziellen Lebensraum existieren. Die meisten tolerieren die Schwankungen nicht. Aber die, die sich angepasst haben, kommen oft in großer Zahl vor. Die Heringe kommen in großen Schwärmen im Frühjahr zum Ablaichen in die Bodden. Diese werden daher auch die Kinderstube der Ostseefische genannt. 

Die Bezeichnung Bodden kommt übrigens daher, weil diese Gewässer so flach sind und – wären sie teilweise nicht so trüb – man bis auf den Boden sehen könnte. 

Die Nutzung der Wasserflächen und ihrer Lebewesen soll bis auf wenige Ausnahmen eingestellt werden. Eine Reduktion der Fischerei auf die Pflegezone schafft wertvolle Rückzugsräume für die Fischbestände, die sich dann besonders gut vermehren und in den angrenzenden Nationalparkregionen gefangen werden können.