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Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Am Weststand treffen sich Wald und Meer. Nicht immer ist es so friedlich, wie hier auf diesem Bild. | Foto: T. Allrich

Das Schutzgebiet zwischen Rostock und Rügen zählt zu den letzten intakten Großlandschaften Europas. Nirgends sonst liegen Steilufer und Flachküste, Landzungen, Strandseen, Bodden, Dünen, Wälder, Moore, Salzwiesen und Schilfgürtel so dicht beieinander.

Und diese Übergangsbereiche zwischen Land und Meer sind das reinste Vogelparadies: Seeschwalben, Möwen, Enten und Gänse haben hier ihre wichtigsten Brut- und Rastgebiete. Auch rasten hier zweimal im Jahr für einige Wochen bis zu 60.000 Kraniche - soviel wie an keinem Ort des Kontinents. Sie fressen sich auf den Feldern der Region die Reserven für ihren langen Nonstopflug an. Kurz vor Sonnenunter-
gang reihen sie sich in langen, keilförmigen Perlenketten vor der Glut der untergehenden Sonne auf, um sich in den Flachwassergebieten zum Schlafen niederzulassen. Ein grandioses Spektakel!

Der bisweilen gespenstisch anmutende Darßwald und die in Schilf gerahmten Bodden sind genauso märchenhaft.

Doch der Nationalpark ist nicht nur schön. Er ist für den Erhalt der Artenvielfalt unglaublich wichtig und in dieser Hinsicht besonders gefährdet.

Werden und Vergehen liegen in vielerorts im Darßwald schon eng beieinander. Diese abgebrochenen Äste liefern später den Sämlingen Nährstoffe und bieten Schutz. | Foto: A.Storm

Küstendynamik

Am Darßer Weststrand, wo der vom Wind zerzauste Wald direkt bis an das Wasser reicht, darf das Meer ungehindert Bäume fällen und an der Küste nagen. Niemand hat der See hier jemals Steine in den Weg gelegt noch Knüppel in die Brandung gerammt. Die aus den Wellen-
kämmen herausragenden Baumstümpfe hat die Ostsee selbst dorthin geschleppt. Und oben auf dem Rand der Steilküste harren bereits die nächsten Bäume ihres Schicksals. Längst hat die See ihre Wurzeln freigespült. Schon der nächste Sturm kann sie zu Fall bringen.

Vorherrschenden Westwinden paßten sich die direkt am Wasser steh-
enden Buchen und Kiefern mit ihrem Wuchs an. Ihre Äste "fliehen" alle in Richtung Osten und lassen die Bäume skurril erscheinen. Selbst das Buschwerk der sogenannten Windflüchter ist durch den ständigen Wind zerzaust. Manchmal spült das Wasser zu ihren Füßen nur eine dünne Schaumlinie auf den Sand, ein anderes Mal ist es wütend und bricht mit Tosen ans Ufer. Jedesmal, wenn es sich vom Strand zurück-
zieht, nimmt es auch etwas Sand mit. So stirbt am Weststrand täglich ein Stück Land.

Doch einige hundert Meter weiter, am Darßer Ort, wird es neu geboren. Die Strömung schleppt den Sand parallel zum Ufer nach Norden. An der Spitze der Inselkette gibt das Wasser das mitgeführte Material wieder ab. Dadurch bilden sich Sandbänke und Inseln. Der Wind hilft dem Meer bei diesem Aufbauwerk, indem er trockenen Sand zu Dünen anhäuft. Hier siedeln sich die ersten salzliebenden Pflanzen an und befestigen mit ihren Wurzeln das Neuland. Später folgen Dünenheiden mit Zwergsträuchern und schließlich Wacholder und Kiefern. Irgendwann dringen dann Birken, Buchen und Eichen ein und bauen einen Mischwald auf. Die kleinen, vom Meer abgeschnürten Seen füllen sich unterdessen mit Süßwasser und lassen das Röhricht wuchern. Folgend bilden sich Moore und Erlenbrüche. Das Nebenein-
ander all dieser Stadien der Landabtragung, der Neulandbildung und der natürlichen Waldentwicklung stellt die Besonderheit der Inselkette in der Vorpommerschen Boddenlandschaft dar.

Ein Naturprozeß, der in dieser atemberaubenden Dynamik an der gesamten Ostseeküste seinesgleichen sucht.


Niegend wo sonst ist die Küstendynamik so eindrucksvoll zu verfolgen, wie in der Boddenlandschaft. Hier am Darßer Ort wächst das Land im Durchschnitt 10 m pro Jahr. | Foto: Arnt Löber
Zwischen Zingst und Hiddensee liegt ein großes Windwatt. Es verdankt seine Entstehung ebenfalls den küstendynamischen Prozessen und ist im Frühjahr und Herbst beliebter Kranichschlafplatz. | Foto: Arnt Löber

Kontakt

Nationalparkamt Vorpommern
Im Forst 5
18375 Born
fon 038234 5020
fax 038234 50224

poststelle@remove-this.npa-vp.mvnet.de

Zur Website des Nationalparkamtes

Fakten

Gründung: 1990

Größe: 786 km2

Nationalpark-Plan

Für die Entwicklung des Nationalparks gibt es einen mit allen Interessengruppen abgestimmen Plan. Diesen können sie hier herunterladen.

Auf dem Wasser

Nationalparke sind Gebiete in denen sich die Natur weitestgehend nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln darf. Für Tiere und Pflanzen sollen ungestörte Lebensräume geschaffen werden. Dazu ist es wichtig, dass sich Einheimische und Besucher an die Regelungen halten, die zum Schutz der Landschaft erlassen wurden. 

Hier finden Sie das Faltblatt für den Angelsport. 

Hier finden Sie das Faltblatt für den Wassersport.

Im Einsatz für den Nationalpark

Zusammen mit dem BUND, dem NABU, dem WWF Deutschland, EUROPARC Deutschland und vielen anderen Organisationen engagiert sich der Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft für die Erhaltung dieser Landschaft, unterstützt und finanziert viele verschiedene Projekte. 

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sche Boddenlandschaft gehört zu den Nationalen Natur-
landschaften Deutschlands.


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Zu den Nationalen Naturlandschaften gehören natürlich auch alle 15 Deutsche Nationalparke. Hier erfahren Sie mehr darüber.

Winterlicher Himmelblick im Darßwald | Foto: A.Storm
Alte Bäume am Alten Meeresufer mitten im Darßwald | Foto: A.Storm
Wasserwald - so viele Erlenbrüche, wie auf dem Darß gibt es sonst nirgens dicht beieinander. | Foto: A.Storm
Abendliche Stimmung am Weststrand. | Foto: Gabi Bardet.
Wald, Strand, dann kommt gleich das Meer. | Foto: A.Storm

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