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Nationalparkleiter einig bei Wildtierregelung

Ganz besonders - im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft kann man Rotwild sogar in den Dünen des Darßer Ortes erleben. Hier ist Ruhezone und die Tiere vor der malerischen Kulisse der Ostsee oft zu beobachten. | Foto: Heike Zehrfeld

9.1.2012 | In der Arbeitsgruppe der Nationalparkleiter wurde 2003 ein erstes Positionspapier zur Wildtierregulierung abgestimmt. Jetzt wurde dies überarbeitet und die neue Version veröffentlicht.

Oberstes Ziel aller Nationalparke ist, den ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik zu gewährleisten. Deshalb werden regulative Eingriffe im Hinblick auf Wildtiere nur unter besonderen Rahmenbedingungen und Auflagen vorgenommen, die sich grundlegend von der Praxis und den Zielvorstellungen der herkömmlichen Jagd unterscheiden. "Man redet in den Nationalparken daher auch nicht von Jagd, sondern von Wildtierregulierung." erklärt Dirk Treichel, Sprecher der AG Nationalparke und Leiter des Nationalparks Unteres Odertal. "Regulierende Eingriffe werden unabhängig von herkömmlichen Bewirtschaftungskriterien oder Trophäengesichtspunkten gesteuert."

Wildtierregulierung ist in Nationalparks nur zur Erreichung eines definierten Schutzzweckes bzw. Nationalparkzieles gerechtfertigt, etwa zur Reduktion bzw. Kontrolle überhöhter Schalenwildbestände oder zur Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher oder naturnaher Waldbestände.

Wildtierregulierung kann zudem auch notwendig werden, um unmittelbare Gefahren wie Lawinen oder Tierseuchen abzuwehren. Da Nationalparke in Deutschland zumeist in unmittelbarer Nachbarschaft zu intensiv genutzten Kulturlandschaften liegen, müssen nicht vertretbare negative Auswirkungen auf angrenzendes Acker- bzw. Grünland oder Privatwald vermieden werden.

Zur Durchführung der Wildtierregulierung in Nationalparks werden möglichst effektive und störungsarme Methoden angewendet, die eine optimale Berücksichtigung des Tierschutzes gewährleisten.

In das Positionspapier flossen Ergebnisse einer Fachtagung zur "Wildbestandsregulierung in deutschen Nationalparks" vom März letzten Jahres ein. Die Fachbeiträge der 10 Referenten sind in einer Tagungsdokumentation (nur digital) zusammengefasst und auf www.nationale-naturlandschaften.de/infothek eingestellt. Die Erstellung der Tagungsdokumentation wurde gefördert durch das BfN mit Mitteln des BMU.

Der Rothirsch - in den meisten Nationalparkwäldern ist sein Bestand immer noch viel zu hoch, so dass die natürliche Waldentwicklung gehemmt wird. Ein besonderes Wildtiermanagement soll helfen, ein gesundes Gleichgewicht zu erzielen. | Foto: Bruno Dittrich

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